Ribollita – die „Aufgewärmte“

IMG_7928

Als ich beim Biobauern meines Vertrauens Schwarzkohl (Cavolo nero) erblickte, machte mein Herz einen kleinen Hüpfer. Da war doch eine toskanische Ribollita fällig, so wie damals….

Damals kamen wir gerade zurück aus einem Toskanaurlaub, das Herz erfüllt von Kunst und Landschaft und den Kofferraum mit allerlei kulinarischen Spezialitäten und natürlich Brunello … Ein Urlaub wird für mich aber erst rund und perfekt, wenn ich in der heimischen Küche die dortigen Spezialitäten nachkochen kann und mich dann an den Tisch setze mit ein paar lieben Freunden. Wiedersehensfreude, Genuss und das Erzählen, das tröstet darüber hinweg, dass der Urlaub zu Ende ist.

Damals waren neben den Freunden auch noch die Kinder da und ganz nette Freunde von ihnen. Inzwischen sind sie in alle Welt verstreut und ich muss Stecknadeln in die Weltkarte pinnen, um den Überblick zu behalten. Kairo, Marokko, Berlin und Carmen folgt dem Blog von irgendwo in Mexiko… Auch, wenn ich weiß, dass es allen gut geht, vermisse ich sie schon sehr!

Na ja, es wurde ein unglaublich fröhlicher Abend, so einer für die Ewigkeit,  mit viel Essen, sehr viel feinem Wein und unter anderem Ribollita..

Ribollita, die „Aufgewärmte“ oder wörtlich übersetzt die erneut gekochte Suppe. Es ist eine bäuerlich überbackene Spezialität aus der toskanischen Küche und wurde ursprünglich aus Resten vom Vortag zubereitet. In eine mit Brotscheiben ausgelegte Schüssel, mit Zwiebelringen belegt, kam sie in den Ofen, bis die Zwiebeln goldgelb waren.

Typische Zutaten sind Cav0lo nero, der Schwarzkohl und weiße Bohnen sowie allerlei Gemüse.

IMG_7894     IMG_7893

Meine Suppe ist frei gekocht, nachdem ich Jamie Olivers Rezept in „Genial italienisch“ nochmal durchgelesen habe. Wie sagt doch mein Koch- und Gartenfreund Hubert: „Rezepte sind Anleitungen und keine Dogmen“… 😉

Rezept:

1 Stück Lauch

1 große Zwiebel

3 Knoblauchzehen

1 Tl Fenchelsamen

1 halbe rote Peperoni mit Kernen

in der Pfanne mit einem guten Schuss Olivenöl anrösten.

IMG_7926      IMG_7925

1 Möhre, 1 Stück Sellerie, 2 Kartoffeln in Würfeln dazu geben, ebenso 3 – 4 handvoll Schwarzkohl (oder Grünkohl)

2 Tassen voll gegarte weiße Bohnen und eine große Tasse gehackte Tomaten

0,5 l Brühe

30 min köcheln lassen

Jamie Oliver gibt eine Hand voll „gutes altbackenes Brot“ (das sollte aufzutreiben sein..)  in die Suppe und köchelt es mit.

Mir war eher danach, es in Olivenöl anzurösten und mit frisch geriebenem Parmesan und glatter Petersilie über die Suppe zu geben.

Abend gerettet, halt noch ein Glas Rotwein…!

Heute löffeln wir zu zweit, aber vielleicht bald wieder mit den Weltenbummlern..?!

IMG_7924

Advertisements

4 Kommentare zu “Ribollita – die „Aufgewärmte“

  1. Herrliche Geschichte und ja, im Laufe der Jahre verstreuten sich auch unsere Familienmitglieder in der Welt. Aber zu Weihnachten kommen alle. 🙂
    Was meinst du, ob man statt Scharzkohl auch Grünkohl für die Suppe nehmen kann? Der sieht auf jeden Fall ähnlich aus.

    • Genau, den würde ich ersatzweise nehmen, der Geschmack ist ganz ähnlich, eigentlich variiert nur die Form…, sogar Wirsing sollte gehn!
      Ich denke, die Bauern haben immer genommen, was gerade da war 😉
      Liebe Grüße

  2. Pingback: Okonomiyaki mit Schwarzkohl | magentratzerl

  3. Pingback: Okonomiyaki mit Schwarzkohl – magentratzerl

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s