Für eine perfekte Espresso-Pause: Amaretti morbidi …

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Der Februar ist der Monat, der mich immer auf die Probe stellt. Es braucht schon einen langen Atem, um in unseren Breiten auf das wirkliche Frühlingserwachen zu warten. An vielen dieser grauen, nasskalten Regentagen hilft letztlich nur noch Kopfkino: Augen zu, sich auf eine italienische Piazza beamen, an einem starken, heißen Espresso nippen und ein Amaretti morbidi auf der Zunge zergehen lassen…

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Amaretti = leicht bitter, morbidi = weich, gemeint sind diese edlen Mandelmakronen mit dem weichen Kern, die man für viel Geld einzeln verpackt wie Bonbons in Seidenpapier kaufen kann. Erfunden wurden sie bereits im 17. Jahrhundert vom Zuckerbäcker Francesco Moriondo am Savoyer Hof. So richtig populär wurden sie allerdings im ausgehenden 18. Jahrhundert in den intellektuellen Kaffeehäusern Milanos. In Saronno wird das Gebäck seit vielen Generationen hergestellt, ursprünglich um dem Bischof auf der Durchreise etwas Köstliches anbieten zu können und ursprünglich auch nur aus 3 Zutaten: Aprikosenkernen, Zucker und Eiweiß.

Man kann sie – so ähnlich – auch selbst backen:

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Rezept:

220 g Zucker

1 Vanilleschote

150 g geschälte Mandeln

100 g Marzipan-Rohmasse

2 Eiweiß

1 El Speisestärke

1/2 Fläschen Bittermandelöl

1 Pr. Salz

2 El Puderzucker zum Bestäuben

Im Mixer aus dem Zucker und der Vanillestange Puderzucker herstellen, die Hälfte davon entnehmen. Dann die geschälten Mandeln und das Bittermandelöl zugeben. Alles zusammen fein mahlen. Die Eiweiße mit dem Salz steif schlagen, löffelweiße die Hälfte des Vanillepuderzuckers unterheben und weiterschlagen. Mandeln und Eischnee in eine Schüssel geben, Speisestärke drüberstäuben und vorsichtig alles zu einer homogenen Masse vermengen.Davon walnussgroße Kugeln auf ein Blech mit Backpapier geben und 5 h oder über Nacht trocknen lassen bei Raumtemperatur. Vor dem Backen mit Puderzucker bestäuben. Etwa 1 h bei 100 – 120 °C Umluft backen.

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22 Kommentare zu “Für eine perfekte Espresso-Pause: Amaretti morbidi …

  1. Ich liebe diese Dinger und mir läuft gerade das Wasser im Munde zusammen! Hab sie aber bisher immer nach Zorras Rezept gebacken, die sicher nicht ganz original geschälte und ungeschälte Mandeln mischt. Die schmecken auch so lecker.
    Ich will welche für meine Freundin backen und sie mit nach Thailand nehmen und wenn die Zeit reicht, backe ich deine gleich noch hinterher.
    Frage: Ist die Masse weich und laufen deine beim Backen sehr auseinander? Ich nehme zum Formen einen kleinen Eiskugelformer, das ist genial. Schöne Form und schnell geht es auch noch.

    Liebe Grüße
    Ulrike

    • Ich bekomme beim Frisör „nur“ einen Kaffee. Wenn ich nochmal hin muss, werde ich welche mitnehmen: Für mich und den Frisör…
      Danke für den Tipp und viel Erfolg beim Backen, bei mir haben sie auf Anhieb funktioniert.
      Liebe Grüße
      Cheriechen

  2. Amaretti morbidi liebe ich! Ich backe sie nur mit Mandeln, mit Marzipan kenne ich sie gar nicht. Ist bestimmt auch sehr lecker! Ich habe die kleinen leckeren Teilchen immer in einer Dose auf Lager—wenn überraschend jemand zum Käffchen kommt 😉

    • Marzipan war aus der Not geboren, es gab nicht genug Mandeln im Schrank. Schmeckt aber toll.
      Das sind aber die Dosen, die ich vor mit selbst verstecken muss….
      Liebe Grüße von Küche zu Küche
      Cheriechen

      • Du machst mich neugierig! Ich habe tütenweise Mandelmehl, aber gerade kein Marzipan. Wie wäre das denn nur mit Mandeln?

      • Das geht mit 220 g Zucker (gepudert), 200 g gemahlenen Mandeln, 2 Eiweiß u einem El Speisestärke (Bittermandelöl natürlich). Das Rezept ist eigentlich schlicht. Ich würde es noch so gern original mit Aprikosenkernen backen (Persipan ist ja „Marzipan“ aus Aprikosenkernen, vielleicht probiere ich es mal damit). Wenn ich so weiter mache, ist es auch bald wieder Zeit welche zu backen…

  3. Was für ein Bittermandelöl hast du denn verwendet?Denn wenn ich eine halbe Flasche meines Öls aus der Apothele verwende fallen alle tot um….
    Die einzeln eingewickelten die du erwähnst haben mich nie besonders in ihren Bann gezogen, vielleicht sollte ich es mal mit deinem Rezept versuchen!

    • Du, nee, leider habe ich nur so gewöhnliches Bittermandelöl gehabt, es war so eine spontane Sonntagsnummer. Wenn ich das Rezept wiederhole, werde ich vielleicht mit frischen Bittermandeln arbeiten, mein Mixer kriegt ja alles total kurz und klein.
      Ich denke bei den eingewickelten gekauften gibt es wahrscheinlich auch totale Qualitätsunterschiede. Ich durfte mal welche bei einer Freundin probieren, die waren eine Offenbarung und auch der Anlass zu diesem Versuch.

  4. Hallo! Irgendwie finde ich in dem Rezept nicht, wann und wo die Marzipanrohmasse verarbeitet wird. Hast Du den Schritt ausgelassen oder habe ich was übersehen?!

    • Sorry, Thomas!
      Die zerpflückst du in kleine Stückchen und rührst sie gut unter, bevor das Eiweiß untergehoben wird. Da kann nichts schiefgehn…
      Die muss ich unbedingt auch mal wieder machen, sie sind jede Sünde wert! Gut, dass du mich erinnerst 😉
      Liebe Grüße und viel Erfolg
      Cheriechen

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