Nachempfunden: Marco’s Gnocchi mit frischem Bärlauch …

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„My foodprints“ heißt Marcos Blog. Nicht nur seine raffinierten Rezepte mag ich, oft muss ich lachen über die Beschreibungen des Drumherums. Ich wurde ganz unruhig als Marco dieser Tage seine wunderbaren Gnocchi a la primavera vorgestellt hat. Kann es denn wahr sein, dass der Bärlauch in diesem Jahr tatsächlich schon so früh sprießt? Oh, ja! Als ich am Sonntag mit dem Rad in „meine“ Bärlauchgründe fuhr, war ich froh, im Rucksack eine Stofftasche mitgenommen zu haben.. Meine liebe Freundin Petra mag weder Knoblauch noch Bärlauch, aber sie kann toll fotografieren und diese Fotos hat sie geschossen…

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Zuerst ein wenig Kräuterkunde plus -apotheke:

Bärlauch, botanisch: Allium ursinum bevorzugt humusreichen Laubwaldboden auf schattigen, feuchten Standorten, gerne in Auwäldern. Gesammelt werden die jungen Blätter zwischen März und Mai, noch vor der Blüte. Bärlauch erinnert im Geschmack und Geruch an Knoblauch, ist jedoch etwas schärfer. Achtung! Bitte nicht im Sammeleifer mit Maiglöckchen verwechseln, die sind giftig! Eine Freundin, die Apothekerin  ist, hat mich darauf hingewiesen, dass sie in einem Jahr 7 mal Gegengift verkauft hat…!!! Heilwirkung: Bärlauch dient als gutes Heilmittel bei fortgeschrittener Aterienverkalkung (aha!), bei hohem Blutdruck und Leberleiden. Diese Tatsachen sollen schon den Römern bekannt gewesen sein.

In einem meiner Wildkräuterbücher stand zu lesen, man soll ihn frisch genießen, er lasse sich nicht konservieren. Ganz so stimmt das ja nicht. Da gibt es bei mir immer eingefrorene Bärlauchbutterwürfel und Bärlauchpesto, auch Bärlauchöl habe ich schon mal angesetzt. Aber – tatsächlich – frisch ist frisch und immer am besten.

Marcos Rezept ist eine Hausnummer für sich, mit allerfeinsten Zutaten wie Büffelbutter, die für mich hier schwer aufzutreiben ist. Also gab es bei mir eher eine Alltagsvariante dieser edlen Küche 😉 . Auch habe ich einen Teil des Bärlauchs püriert in den Kartoffelteig gegeben, um eine leichte Grünfärbung zu erreichen. Ihr dürft da noch ein wenig mutiger sein als ich…

Für die Gnocchi: (für 4 hungrige Esser)

800 g mehlige Kartoffeln in der Schale gar kochen, heiß pellen und direkt durch eine Kartoffelpresse drücken dann etwas abkühlen lassen

220 g Mehl

100 g Quark

1 Ei

1 Tl Salz und etwas Muskatnuss

25 g pürierten Bärlauch (besser noch 50 g) untermischen.

Ein Holzbrettchen mit Kartoffelstärke einpudern und aus dem Teig etwa 2 cm dicke Würste rollen, die man in 2 cm Stücke abschneidet. Diese kann man dann mit der Gabel eindrücken oder einmal über das Garganelli-Brettchen rollen, damit sie Rillen bekommen (und mehr Sauce an ihnen haften bleibt, hm!).

30 min ruhen lassen

30 min ruhen lassen

In der Ruhezeit der Gnocchi wird alles vorbereitet, was nachher drüber kommt:

Pro Person eine Händchen voll Brotwürfel in Olivenöl anrösten,

1/2 gehackte rote Peperoni zugeben

3 Zweiglein Rosmarin

den Abrieb einer halben Biozitrone

ganz zum Schluss kam noch ein Stück Butter dran (so, dass es nur schmilzt) und eine Hand voll gehackter frischer Bärlauch.

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Die Gnocchi in kochendes Salzwasser geben. Bei der Menge hört das Salzwasser auf zu kochen und das ist gut so. Sie sollen nur gar ziehen, d.h., sobald sie hochsteigen, lässt man sie noch ein paar Minuten ziehen und nimmt sie dann mit einem Sieblöffel raus. Auf vorgewärmten Tellern garnieren und mit den Brotwürfeln und der Butter übergießen. Mit Parmesanhobeln bestreuen.

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Übrigens: Einen Teil der Gnocchi habe ich probehalber roh eingefroren, auf einem Tablett schön einzeln. Danach kann man sie in eine Tüte umfüllen und nach Bedarf entnehmen. Sie werden einfach – noch gefroren – ins kochende Wasser gegeben und brauchen nur unwesentlich länger als ihre frischen Kameraden!

Meinen herzlichen Dank, lieber Marco! Vielleicht kann ich dich mit diesem Bild erfreuen, das ich im Anschluss an die Ernte von der Terrasse einer Mühle mit Restauration gemacht habe. Du siehtst eine Fischrampe, d.h. wandernde Fische und andere Organismen, können dort hochsteigen und ich genieße dort immer gerne die Abendstimmung…

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19 Kommentare zu “Nachempfunden: Marco’s Gnocchi mit frischem Bärlauch …

  1. Liebes Cheriechen! Ich bin entzückt 🙂 Nicht nur ob den wunderschönen Bildern „deiner“ Bärlauchgründe (reicht ja schon bald für einen Pesto-Grosshandel!), sondern auch wegen der netten Zeilen über mich, meinen Blog und die Rezepte darauf 🙂 Hab mich echt riesig gefreut!! Danke dir!

    Den Gnocchi-Teig mit Bärlauch zu versetzen hatte ich mir anfänglich auch überlegt. Das scheint ganz gut zu klappen! Und der nächste Trip in den Wald ist eh schon geplant, insofern 😉 Die Geschichte mit den Rillen und der Gabel hat bei mir irgendwie nicht recht funktioniert, aber falls ich gnocchitechnisch zum Wiederholungstäter werde, müsste ich mir wohl mal ein paar Gedanken über ein solches Garganelli-Brett machen… Jetzt fehlt nur noch ein Teller dampfender Gnocchi mit dem ich mich an die Fischtreppe setzen könnte 🙂 Wunderschön!

    PS: Mein Blog schreibt sich übrigens mit „D“ (foodprints), nicht mit „T“ 😉

    • Gott, wie peinlich! Typisch für mich…, aber schon geändert.
      Mit dem Färben der Gnocchi versuche ich es mal noch mehr auf die Spitze zu treiben, vielleicht mit einer Tomatensauce dazu u einem weißen Klecks Ricotta, oder so…
      Das Garganellibrett macht schöne Rillen, die du später nicht mehr so toll siehst. Durchaus entbehrlich für Gnocchi, nicht aber für Garganelli. Und es hat einen kleinen Preis…
      Liebe Grüße lieber foodprinter, jetzt weiß ich es für immer…
      Cheriechen

  2. Ueberall Bärlauch, ich rieche ihn schon durch den Bildschirm und freue mich.
    Deine Bärlauch Erntefotos sind sehr schön, möchte auch durch das Gehölz streifen.

  3. Welch eine Freude: so leckere Gnocchi. Nun lieg ich danieder mit einer Grippe und ich kann förmlich das Bärlauch im Wald jenseits der Strasse riechen.
    Dass das Garganellibrett so schöne Rillen macht, die halten, habe ich auch einmal gedacht. Letztes Jahr habe ich zwei aus Italien herangeschafft und dann die Enttäuschung. Aber auch ohne Rillen sehen Deine Gnocchi fantastisch aus!

  4. hmmmm, das hört sich ja lecker an, das wäre jetzt genau nach meinem Geschmack. Leider ist der Bärlauch in meinem Garten noch nicht so weit, da muss ich schauen, ob ich welchen kaufen kann.
    Liebe Grüße
    Sabine

  5. Einfach supertoll, wie du das hier machst, Cheriechen.
    Nicht nur die Rezepte sind Spitze – auch deine Infos drum herum machen Spaß zu lesen.
    Ja, auch bei uns ist der Bärlauch voll im Blatt. Ich werde in den nächsten Tagen auch mal feste zugreifen.

  6. Seufz. Ich war am Wochenende in „meinen“ Bärlauch-Gründen…..naja. Irgendwelche Leute haben da ihren Strauchschnitt entsorgt. Letztes Jahr war es nur ein Haufen jetzt sind es fünf. Tschüß, Bärlauch….

    • Oh, Männo! Da könnte man ja gerade….
      Ich hatte ein paar Stauden in meinem Garten, unter Bäumen, die sind auch nicht mehr da. Er mag Kalk.
      Vielleicht findest du noch welchen an anderer Stelle. Ich wünsche es dir!
      Liebe Grüße
      Cheriechen

  7. Bärlauch hatte ich auch schon zweimal- selbergekauft auf dem Markt. Und finde alles was man damit macht sehr fein, der Gnocchi-Teller sieht sehr gut aus.
    Ich brauchte übrigens noch kein Maiglöckchen-Gegengift, entweder kennen sich die Menschen hier besser aus oder verlassen sich wie ich auf die Markt-Ware…

  8. Was für eine schöne Idee Gnocchi so zuzubereiten! – Und einen weiteren schönen Blog durfte ich so auch wieder kennenlernen, danke dafür!
    Liebe Grüße Eva

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