Küchenparfum im Herbst – Quittenmarmelade …

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Dass Schiller angefaulte Äpfel in seiner Schreibtischschublade hortete – zur Inspiration – ist hinlänglich bekannt und wird oft zitiert. Ich könnte es ihm gleichtun, allerdings mit Quitten! Ich finde den Duft so betörend und intensiv, die gelben Früchte faszinieren mich in jedem Herbst! Natürlich hat alles, was sehr besonders ist, irgendwo einen Haken. Sie sind sehr hart und roh nicht zu genießen (also nicht, dass ich wüsste?). Treu beliefert mich meine Mama jährlich mit Quittengelee. Seit letztem Jahr hatte ich den Ehrgeiz, selbst etwas mit meinen Früchten anzufangen und probierte diese Quittenmarmelade aus. Gelee ist mir zu fummelig und warum sollte ich mich daran begeben, wo ich doch versorgt werde 😉 ? Die Quittenmarmelade ist ratzfatz fertig und schmeckt mindestens genau so intensiv, ist von der Konsistenz halt rustikaler. Auf einem guten Stück Brot (bei mir war es heute Louisabrot), kommt sie besser als Quittengelee. Dieses würde ich allerdings zu zartem Toastbrot oder Brioche bevorzugen…

Toll schmeckt dieses (nicht zu süße Kompott) auch zu kräftigem Käse oder einer guten Paté …

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Meine beiden Bäumchen sind noch recht jung, der ältere etwa 20 Jahre, der jüngere ist erst 7 Jahre alt, dennoch tragen sie überreich Früchte. Wenn ich mich nicht irre, sind oben abgebildet Birnenquitten (der jüngere Baum), derweil mein älterer Baum Apfelquitten trägt. Für die Marmelade könnt ihr beide Fruchtsorten verwenden.

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Meine Freundin Susanne behauptet, ich neige zur Selbstverstümmelung. Wenn ihr ähnlich veranlagt seid, solltet ihr vorsichtig sein, beim Zerschneiden der Quitten. Sie sind sehr hartnäckig und wenn das Messer wegrutscht, oh weh! Ich kam mit einer Mischtechnik aus Schneiden und Hebeln ganz gut zurecht, also ohne Amputationen…

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Rezept:

1000 g Quitten (ohne Kerngehäuse)

500 g Gelierzucker 1 : 2

Saft einer Zitrone

etwas Birnensaft, oder Apfelsaft oder auch Wasser

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Die Früchte waschen und abtrocknen, damit sich der Flaum löst, der den Früchten anhaftet. Mit einem scharfen Messer vierteln, das Kerngehäuse entfernen und OHNE zu schälen (cool, oder?) mit dem Gelierzucker und der Flüssigkeit aufsetzen. Ich habe den Thermomix benutzt, es sollte aber auch auf dem Herd funktionieren. 10 – 15 min köcheln lassen, umrühren und prüfen, ob genug Flüssigkeit vorhanden ist. Anschließen pürieren und kochend heiß in sehr saubere Twist-off-Gläser füllen. Diese direkt schließen, umstülpen und so etwas abkühlen lassen.

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Die erste Portion wurde direkt warm verputzt, lecker!!

Ich muss euch noch unbedingt meinen kleinen Freund „Mark“ vorstellen. Er (hoffentlich ist er nicht weiblich) wohnt bei mir im Garten und ist eine Spitzmaus. Fast täglich begegnen wir uns bei der Gartenarbeit und wir sind beide stets sehr „busy“, es reicht aber immer für ein kleines Gespräch (meinerseits) und ein hübsches Foto. Wieso ist er nicht scheu? Ich kann ihm die Linse direkt vor seine imposante Nase halten. Ist es, weil er noch ein Baby ist? Er ist winzig, aber ich habe keine genaue Vorstellung, wie groß Spitzmäuse im Allgemeinen werden? Was soll’s – ich genieße seine Gegenwart, so lange sie mir geschenkt wird! Die Nase ist wirklich beachtlich. Wenn er noch einen Bruder hätte, würde ich den Gérard nennen….

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28 Kommentare zu “Küchenparfum im Herbst – Quittenmarmelade …

  1. Meine Quitten warten auch darauf, verarbeitet zu werden und verströmen einen betörenden Duft… Dein schöner Beitrag hat mich inspiriert,.. mal sehen,was ich daraus mache.
    Schönes Wochenende
    Marie

  2. Oh wieder ein schönes Rezept von Dir. Danke. Ich koche auch sehr gerne Quittenmarmelade. Diese gebe ich gerne in meinen Marmeladenstreuselkuchen , ein Genuß.

  3. Früher gab es Quittengelee zuhause, hier nie gesehen. Ich denke, mir würde die Marmelade ebenso schmecken wie das Gelee, oder vielleicht auch besser, wie Dir. Die Spitzmaus ist herzig!

    • Lieber Erich, ich habe gerade mal gegoogelt: Die Quitte stammt ursprünglich aus Kaukasien und Persien. Ein dicker Löffel voll Quittenmarmelade hat mir gerade sehr im Naturjoghurt gemundet, mit ein paar Müsliflocken drüber…
      Schönes Wochenende nach Thailand!!

  4. Hach, Quitten… heute auf dem Markt habe ich keine gesehen und dabei liebe ich sie sooo sehr! Mit Gelee werde ich zum Glück auch mütterlciherseits versorgt, aber deine Marmelade klingt einfach zu gut!!!
    Liebe Grüße,
    Eva

    • Liebe Anja,
      das solltest du wirklich versuchen, wenn du gerne Marmelade magst. Ich habe heute wieder Quitte mit Birne verkocht (2 Teile Quitte und 1 Teil Birne). Wenn ich über die Gläser hinweg schaue, kann ich nur hoffen, dass wir das auch alles aufessen werden bis zum nächsten Jahr…
      Liebe Grüße
      Cheriechen

      • Danke für deinen Tip ! Haben auch schon das letzte glas pflaumenmarmelade nach 2 ! jahren noch mit genuss gegessen- also keine sorge 😉 ! kann dir ja was abnehmen 🙂 ! viele grüsse , anja

  5. Liebe Grüße von Mareikes Mutter an Boulancheriechen! Ich habe gelernt, dass man den Flaum der Quitten trocken mit Küchentuch oder -papier abreibt und erst dann die Quitten wäscht. Es erspart viel „harte“ Handarbeit, wenn du die Quitten viertelst, Blüte und Stiel entfernst und die Fruchtviertel dann weichkochst, etwas abkühlen lässt und dann das Kerngehäuse mit einem Messer heraushebst.

    • Ganz sicher hast du Recht! Manchmal braucht man auch weniger Royales und diese Marmelade veredelt mir z.B. den täglichen Naturjoghurt und liefert mir dabei noch Pektine, die bei der Gelee-Herstellung verloren gehen….

  6. Übrigens kann man die Quitten auch roh essen! Dieser Tage hat ein Koch bei „Wir in Bayern“ damit gekocht und gesagt, daß er sie sehr gerne roh ißt. Sie scmecken angeblich wie recht saure Äpfel.
    Gruß
    Hilde

    • Wow, das ist neu für mich liebe Hilde! Hast du es denn schon probiert? Vielleicht sollte ich noch einen Selbstversuch durchführen, 3 Deko-Quitten sind noch übrig. Frage mich, ob sie bekömmlich sind? Wird sich dann aber zeigen! 😉
      Liebe Grüße
      Cheriechen

  7. Pingback: Einkochen und Einmachen - Unterschiede und Variationen

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