Jubel, Trubel und eine Foccacia mit Walnüssen und Datteln …

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Tadaaa, das Boulancheriechen hat Geburtstag!!

Genau heute vor einem Jahr ging dieser Blog online damals mit diesem Rezept. Ein verrücktes Jahr. Nie hätte ich geglaubt, dass mich ein Geburtstagsgeschenk (ja, meine beiden Töchter haben mir ja diesen Blog eingerichtet) so vereinnahmen, vorantreiben und pushen würde. Das war alles nur möglich, weil es dort außerhalb meiner Küche wohl Menschen gibt, die sich für meine nichtprofessionellen Beiträge interessieren. So viel netter Zuspruch, ich sage „Danke“!!

Guido (tischundgarten heißt sein Blog) hat das Boulancheriechen für „mein liebster Blog – Award“ nominiert. Ich habe im Laufe des Jahres schon einmal mitgemacht, aber zum Jubiläum passt es vielleicht: Ich beantworte Guidos Fragen heute, hoffentlich finde ich treffende Antworten:

liebsteraward
  1. Würdest du auch etwas auf deinem Blog veröffentlichen, das so richtig daneben ging?
    Mein erster Gedanke: Bist du wahnsinnig, Guido!! Mein zweiter Gedanke: Mann, was haben wir gelacht z.B. über das extremflache „Biberschwanz-Baguette“, das ich mit meinen Teamkollegen am Wandertag gegessen habe…, vielleicht sollte man wirklich mal….?
  2. Was ist deine liebste Sünde beim Essen?
    Offenbarungeid: Ich kann diese gezuckerte Kondensmilch aus der Tube direkt in den Mund drücken. Ich wurde damit als Kind aufgepäppelt, weil ich einst schmächtig war…! Ich weiß es ist pervers. Vielleicht poste ich demnächst doch mal ein Rezept mit dieser supersüßen Masse?
  3. Blumen pflücken und in die Vase stellen oder in der Natur belassen?
    Beides! Ich habe 40 ar Garten, da fällt es nicht so auf, wenn ich etwas für die Vase abschneide. Im Sommer bin ich aber ohnehin jede freie Minute draußen, da vergesse ich es oft. Im Herbst und Winter wird es wichtiger, etwas Lebendiges im Haus zu haben, in dieser fiesen Jahreszeit…
  4. Hühnchen: Brust oder Keule?
    Brust
  5. Grüner Frühling oder goldener Herbst?
    Ich liebe den Wechsel der Jahreszeiten und die Veränderungen, die das mit sich bringt. Allerdings neige ich zu Novembermelancholie (mein Mann sagt -depression), friere leicht (daher ist der Backofen oft auf 260 Grad) und würde mich für den verheißungsvollen Frühling entscheiden, wenn ich denn die Wahl hätte…
  6. Wie oft guckst du dir die Statistiken deines Blogs an?
    Am Anfang war ich süchtig danach! Vor allem haben mich all die Fähnchen fasziniert. User aus 88 Ländern haben bisher ins Boulancheriechen hereingeschaut, von „Aserbaidschan“ bis „Zypern“! Faszinierend, wie wir doch vernetzt sind. Ich versuche mir immer einen Menschen vorzustellen hinter dem Aufruf aus Ghana, wer mag sich da wohl ins „Boulancheriechen“ verirrt haben? Aus lauter Dankbarkeit würde ich am liebsten in all diese Länder reisen 😉
  7. Soll dein Blog dir auch mal Geld bringen?
    Das war noch nie der Plan, wenn du aber jemanden kennst, der mir für so eine schöne Tätigkeit noch etwas geben würde: Her damit, ich bin großartig im Geldausgeben!!
  8. Für wen schreibst du?  Über diese Frage musste ich lange nachdenken! Ich weiß es ja gar nicht. Dadurch, dass ich es ins Internet stelle, kann es ja jeder lesen, mit Wohlwollen, Freude oder auch nicht. Wer ist aber für mich Adressat, an wen denke ich, wenn ich schreibe? An meine Töchter, sie wollen die Rezepte bewahren, auch wenn sie im Moment noch nicht so küchenaktiv sind wie ihre Mutter. An Marius, meinen Schwiegerfreund, der leidenschaftlich Brot backt, auch ohne Küchenmaschine. An Petra, meine liebe Freundin und Nachbarin, mit der ich beim Sport im Wald pausenlos über Brot und Essen reden kann. Sie habe ich angefixt zum Brotbacken und inzwischen ist sie backtechnisch besser ausgestattet als ich! An viele Freunde da draußen, mit denen ich schon so manche herrliche Mahlzeit zelebriert habe und gute Flaschen geleert habe. An virtuelle Freunde, mit denen ich mich inzwischen verbunden fühle, obwohl wir uns „live“ noch nie begegnet sind. Letztlich auch egoistisch an mich. Der Blog ist eine Art Tagebuch geworden und oft finde ich dort ein eigenes Rezept schneller als in meinem verzottelten Papierordner.
  9. Fitnesscenter oder Laufschuhe / Fahrrad?
    Bergwanderschuhe, Laufschuhe, Mountainbike, schwimmen (am liebsten in natürlichen Gewässern). Im Winter sollte ich vielleicht auch mal wieder in die Muckibude, es wird so früh dunkel. Ich zieh mich aber noch…
  10. Achtest du auf die Linie oder bist du der Meinung eine Linie muss keine Gerade sein..                              Früher musste ich nie großartig auf meine Figur achten und war immer groß und schlank, trotz durchschnittlich 100g Schokolade am Tag. Das verändert sich zunehmend. Zu meinem Bauplan passen zusätzliche Pfunde irgendwie nicht, also ich gefalle mir dann nicht und fühle mich nicht wohl. Dabei kann ich aber frischgebackenem Brot und anderen Genüssen nur schwer widerstehen. Also wechseln sich in meinem Leben meist leidenschaftlich-genüssliche Phasen mit eher disziplinierteren ab. Gott sei Dank liebe ich Sport und Bewegung…
  11. Was hat sich in deinem Leben durchs Bloggen verändert?
    Ich verbringe viel zu viel Zeit vor dem Bildschirm.
    Ich habe unendlich viel Neues gelernt. Sogar ein wenig Umgang mit dem PC (erstaunlich) und sogar ein klein wenig Fotobearbeitung. Es gibt aber noch viel zu tun!
    Ich habe meinen Garten vernachlässigt und eine ganze Bande von verfluchten Wühlmäusen hat das sehr erfreut. Ich bin noch hemmungsloser geworden, was den Einkauf von Küchenutensilien und Lebensmitteln betrifft. Ich bin schließlich Bloggerin, 😉 was man da alles dringend braucht! Ich formuliere meine alltäglichen Gedanken, die ich ohnehin denke, nun öfter aus und wandele sie in Schrift um. Das ist retrospektiv manchmal erstaunlich und oft auch lustig!

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Lieber Guido, ich danke dir nochmals für die Nominierung. Da ich bereits schon einmal Bloggerkollegen nominiert habe und niemanden mehr wüsste, der noch nicht nominiert war, werde ich jetzt keine neuen Fragen mehr formulieren.

Zur Feier des Tages gibt es Foccacia, eine fast schon weihnachtliche Variante. Die Foccacia mit den karamellisierten Zwiebeln habt ihr mir ja aus der Hand gefuttert. Wer die mochte, wird wahrscheinlich auch die neue lieben…

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Zuerst bereitet ihr am Vortag das Öl vor: 100g gutes Olivenöl in ein Schüsselchen geben, zusammen mit einer Hand voll Rosmarin, einer Hand voll geschnittene Datteln, etwas gehackter roter Chilischote, einer kleinen Knoblauchzehe, ein paar Zesten von einer nicht gespritzten Zitrone. Das ganze über Nacht gut ziehen lassen…

Außerdem setzt ihr einen Polish mit ein wenig Hefe an, ebenfalls über Nacht:

190 g Weizenmehl T 65 oder 550

190 g Wasser

0,2 g Hefe (meine Löffelwaage kann so etwas wiegen, wenn ihr keine habt, nehmt ihr so viel wie ein Reiskorn…)

Alles glatt rühren und abgedeckt stehen lassen.

Für den Hauptteig wird der obige Polish mit

360 g Weizenmehl (siehe oben)

238 g Wasser

4 g Frischhefe

1o g Salz

ein Müslischälchen voll Walnüsse (150 g?), Marie hat sie mir die selbst gesammelten aufgeknackt, wir vergaßen zu wiegen…

und einem großen El Lievito madre (falls vorhanden) verknetet. Erst etwa 10 min langsam, dann 5 min schnell. Dieser Teig ist recht flüssig und weich. Er wird in eine geölte Schüssel umgefüllt und bei mir ist er 3 h gegangen. Ich habe ihn etwa alle halbe Stunde mit ganz nassen Fingern gefaltet. Die Finger wirklich nass machen, sonst bleibt der glibberige Teig daran kleben. Anschließend wird er auf ein gut geöltes Backblech gekippt und mit öligen Fingern in Form gedrückt und gezogen. Am besten geht es, wenn man das in zwei Etappen macht, mit 10 min Pause dazwischen, Zeit für einen kleinen Espresso. Dann habe ich das Kräuteröl „eingelocht“ – ein herrlich pampiges und duftendes Gefühl – und die Walnüsse darauf verteilt. Darüber kommt noch etwas grobes Meersalz.

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Im vorgeheizten Backofen bei 250 Grad C auf mittlerer Schiene backen. Ich gebe ungern eine Zeit an, bleibt in der Nähe, nach 20 – 20 min ist sie gut, also knusprig aber noch fluffig.

Dann mache ich mich nun also auf  in mein zweites Bloggerjahr und bin selbst gespannt, wohin die Reise geht..!

Weiterhin freue ich mich auf den Kontakt mit euch und sende euch herzlich-knusprige Grüße aus dem Boulancheriechen…

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28 Kommentare zu “Jubel, Trubel und eine Foccacia mit Walnüssen und Datteln …

  1. Hallo Boulancheriechen,
    ganz herzliche Glückwünsche im Nachhinein – und noch ganz viel Freude mit deinem Blog.
    Danke für die herrlichen Rezepte. Auch das heute ist ja wieder der Hammer!

  2. Ah, es war recht ruhig hier in letzter Zeit, aber nun hast du ein fulminantes Comeback hingelegt, alles Gute zum Blog-Geburtstag und ich hoffe, dass es hier so schwungvoll weitergeht. 😉
    P.S:: El Livieto erfreut sich bester Gesundheit und aromatisiert gerade den Pizzateig. 🙂

    • Liebe Eva,
      ja, du hast Recht! Ich muss noch ein paar Pflanzen in die Erde bringen, einiges für den Winter klar machen und dann habe ich wieder mehr Zeit für Öffentlichkeitsarbeit 😉 essen tu ich ja sowieso immer so gerne…! Sag der LM-Verwandtschaft liebe Grüße u lasst es euch schmecken!!
      Liebe Grüße
      Cheriechen

  3. Liebes Cheriechen, happy happy Birthday zu deinem ersten Blogpurzeltag! Ich mag es dir herzlich gönnen und freue mich, dass du auch nach einem Jahr noch voller Motivation und Tatendrang an diesem Projekt arbeitest. Und vor allen Dingen: diese Hingabe und Emotion merkt man deinen Posts jeweils auch an 🙂

    Ich lese wahnsinnig gerne hier mit und freue mich stets über kreative Rezeptinspirationen! Weiter so, auf ein leckeres neues Jahr 😉

  4. Alles Gute 🙂 Ich lese sehr gerne hier und freue mich über die Inspiration:-)
    Und der LM nach Deinem Rezept leistet hier hervorragende Arbeit – ein triebstarkes Kerlchen 🙂

    • Liebe Susanne! Es ist mir die größte Freude, wenn ich etwas von dem weitergeben kann, das mich in meiner Küche auch so in Atem hält! Ich habe ebenso große Freude an dem, was ich von euch allen gelernt habe! Über das Internet wird so viel geschimpft, mir bringt es aber auch unendlich viel! Die NSA darf gerne auch einen LM ansetzen.. 😉

  5. Herzlichen Glückwunsch zum Einjährigen!
    Das passt doch -wie ich finde- wirklich gut zusammen mit dem Liebster Award. Deine Antworten zu lesen hat mich sehr gefreut.
    Und ja, ich bin verrückt 😉 Biberschwanz-Baguette 😀 😀 😀
    Viel Vergnügen beim Geldausgeben 😉 und auf das nächste Jahr
    Guido

  6. Liebe Freundin,
    happy Birthday auch aus der Nachbarschaft.
    Auf wie viele Austausch-Stunden kommen wir eigentlich auf unseren Walki-Talki-Touren? Wir quatschen tatsächlich pausen- und atemlos über Brot und mehr! Habe von dir auf diese Weise schon viel gelernt. Und dafür ein herzliches DANKE!
    Mary-Rose

  7. ein bisschen verspätet, aber nicht minder herzlich: Glückwünsche zum Bloggeburtstag und weiter so mit viel Freude am Hobby!! Dein tolles Rezept nehme ich mir gleich mal mit. 🙂

  8. Happy Birthday 🙂 ich bin auch froh dass deine Töchter dir diesen blog ei gerichtet haben. Sonst hätte ich ja nie die LM kennen gelernt. Schatzi und ich lieben unsere absolut-selfmade-pizza :-*
    Liebe grüße und weiter so.
    Anna von Anna‘ s Teller

  9. Nachträglich alles Gute zum Geburtstag!! Ich hab das nicht gesehen, aber ab heute folge ich dir :D, dann bin ich immer informiert 🙂
    Lieben Gruß von der Reni

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