Die letzten des Jahres: Gebackene Rosen mit Glühweinäpfeln …

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„Kommt ein Reiflein in der Nacht, nimmt der Rosen letzte Pracht. Fallen ab, fallen ab, sinken in das kühle Grab.

Deine Schönheit wird vergehn wie der Rosen letzte Pracht. Fallen ab, fallen ab, sinken in das kühle Grab.

In der Erde schläft nun still, was im Frühling blühen will, ruhe aus, ruhe aus, schlafe still im dunklen Haus.“

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Auf dieses Lied stieß ich in einem Kinderliederbuch. Ein lothringisches Lied, wohl über 100 Jahre alt. Es waren erdverbundene realistische Menschen, meine Nachbarn jenseits dieser Grenze, die man nicht richtig sieht oder fühlt, aber wunderschön entlang wandern kann. Dennoch musste ich schwer schlucken. Ermunternd ist der Text schließlich nicht gerade (speziell Strophe 2). „Deine Schönheit wird vergehn, wie der Rosen letzte Pracht“ – schon klar, aber wollten wir es so verdammt konkret buchstäblich hören? Einzig die dritte Strophe, mit der konnte ich mich dann doch anfreunden – irgendwie…

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Im Garten blüht es 2014 munter weiter. Es ist noch so gar kein Reiflein gefallen in diesem Jahr und meine Rosen kapieren auch nicht so wirklich, dass am Sonntag der  erste Adventssonntag sein wird. Was machen wir nun mit all diesen Eindrücken: Dem abgrundtief traurigen Herbstlied und den letzten Rosen im Garten? Wir backen völlig melancholische Hefeteigrosen mit Glühweinäpfeln und suchen Trost bei einem herbstlichen Picknick im Freien. Bei diesen Temperaturen ja keine Unmöglichkeit. Gestern habe ich noch eine stramme Radtour gemacht, es war traumhaft…

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Zu den essbaren Rosen: Das ist mit wenig Aufwand ganz großes Kino für die Augen. Und die Augen essen bekanntlich mit. Das festlichste Buffet oder Kaffeekränzchen können sie zieren. Auf die Schnelle einen fluffigen Hefeteig kneten (dazu reichte die Mittagspause), einige Äpfel in dünne Scheibchen schneiden, in weißem Glühwein blanchieren, ein wenig wickeln, backen, Puderzucker-Kunstschnee und schon seid ihr fertig!

Aber hier mal genau, der Reihe nach:

Ein halbes Rezept Hefeteig, z.B. von hier

4 rote Äpfel

250 – 300 ml Weißwein

ein paar Scheiben von einer Bio-Orange

1 Tl Anissamen

1 Zimtstange

3 Scheibchen Ingwer

100 g Zucker plus 1 El Vanillezucker

einige aufgestoßene Kardamonkapseln

Während ich die Rosen aufgewickelt habe, ließ ich den restlichen Glühwein weiter verdampfen, bis er sirupartig war. Den pinselte, bzw. träufelte ich vorsichtig über die Rosenblüten, bevor ich sie in den Backofen schob.

von einer Seite locker aufrollen

von einer Seite locker aufrollen

Etwa eine halbe Stunde bei 180 ° C auf der mittleren Schiebeleiste, schon ist ein romantischer Novembertraum wahr geworden.

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Vielleicht lässt sich der Nikolaus damit erfreuen, sicher aber die Hl. Barbara…

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Und der Garten ist dieses Jahr so lange schön, ich habe tatsächlich am Samstag noch einmal mähen müssen. Er weigert sich irgendwie ins kühle Grab zu sinken, ich kann ihn verstehen…

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24 Kommentare zu “Die letzten des Jahres: Gebackene Rosen mit Glühweinäpfeln …

  1. Wow wie filigran und so täuschend echt 🙂 Dachte beim 1. Bild ÄH ne nix für mich, wenn man die so ineinander verschachteln muss, aber dann jaaaa hab ich gesehen, dass das ganz einfach geht *freu* – kommt dann mal auf die endlose Nachbackliste *lach*
    Herzlichst
    Nadja

  2. die sehen sooo lecker aus. fast schon eine erwachsenen Version von Deinen letztjährigen Vanilleschnecken – die übrigens der Hammer waren…

  3. Da hast Du aber etwas so tolles gemacht. Ich bin begeistert – nicht nur von der geballten Lyrik. Hauptsächlich von Deiner Idee und dem Backwerk. Werde ich unbedingt nachmachen.
    Ja bei uns im Saarland ist es auch noch grün und Gestern beim Gassi gehen habe ich einen blühenden Brombeerstrauch gesichtet!

  4. Mir gefällt beides sehr. Und tja, Schönheit vergeht, so ist es nun einmal, alles befindet sich ständig im Wandel, aber dadurch bleibt es ja auch immer spannend. 😉
    Liebe Grüße
    Eva

  5. Hallo 🙂 das sind ja wahnsinnig tolle Fotos. Und die apfelrosen sehen so toll aus. Äpfel sind in dieser Jahreszeit ohnehin ein muss. Bei mir gab es gestern Bratapfel 🙂
    Liebe grüße
    Anna von anna’s tellee

    • Äpfel und mindestens einmal pro Jahr Bratäpfel sind unbedingt ein Muss! Im letzten Jahr musste ich die eigenen schubkarrenweise verarbeiten. Ich wünschte ich hätte in diesem Jahr einen Bruchteil davon.., eine Kiste ist noch im Keller, aber man kann sie ja auch kaufen.. 😉
      Herzliche Grüße
      Cheriechen

  6. Hhmm… erscheint auf den ersten Blick eigentlich kniffliger als es tatsächlich in der Umsetzung scheint 😉 Die Style-Punkte sind jedenfalls auf deiner Seite! Die Röschen sehen schlicht zum Anbeissen aus! Und die Idee mit dem weissen Glühwein-Apfel klaue ich dir jetzt mal einfach so ganz frech und versuche sie (hoffentlich demnächst) mal in einer leicht abgewandelten Kombi 🙂

  7. Mhmm Glühweinapfel! Und Kompliment an die schönen Rosen, die sind ja schon fast zu schade zum vernaschen! Glaube das würde mir nicht so gut gelingen, aber ich schau sie mir gerne bei dir an! 😉

  8. Pingback: (Hefe-)Rosen für… | Sin die Weck weg -

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